100% Remote

Erstes Company Offsite, Küchengespräche und die Erkenntnis, wie schnell sich Dinge ändern können.

Hey Freunde,

es ist Mittwochnachmittag, ich war gerade spontan zwei Stunden Rennrad fahren und setze mich jetzt mit einer Tasse Kaffee wieder an den Laptop, um diesen Newsletter zu schreiben. Das kommt für mich ziemlich nah an einen perfekten Wochentag ran. Kaum Termine, Schreiben, Zeit in der Natur.

Klingt so einfach, aber (A) nicht jeder Tag sieht so aus und (B) ich arbeite seit über 3 Jahren daran, dass sich immer mehr Tage so anfühlen.

Alles, was ich mit euch teile, Bilder auf LinkedIn und Instagram, aber auch diese Texte hier sind immer nur eine Momentaufnahme. Nur die Gedanken bezogen auf einen kleinen Teil meines Lebens.

Liebe Grüße aus Hamburg,
Mareike

PS: Auf Instagram versuche ich immer mal wieder Einblicke in meinen Alltag zu geben. Schaut mal vorbei, wenn ihr öfter was hören wollt.

Was ich jetzt gelernt habe.

Ich habe letzte Woche das allererste kleine zhuco Company Offsite veranstaltet. Ok, Company Offsite klingt eigentlich viel zu groß (wir sind zu zweit). Also um es mal nicht in LinkedIn Sprache auszudrücken: Ich hab ein Airbnb gebucht und mich mit Line dort drei Tage getroffen und gearbeitet.

Es soll jetzt aber gar nicht um die Arbeit gehen, sondern um ein Gespräch, das abends in der Küche entstanden ist und mich mal wieder daran erinnert hat, wie random das Leben eigentlich ist.

Ich habe 2020 mitten in der Corona Pandemie meinen sicheren Konzernjob gekündigt, weil ich nicht damit klargekommen bin, dauerhaft im Homeoffice zu arbeiten. Ich war damals im Global Marketing bei Schindler Aufzüge. Wir hatten ein cooles, internationales Team, regelmäßige Business-Trips in die Schweiz, ich durfte sogar drei Monate in den USA arbeiten. Ich habe alles daran geliebt. Aber all das fiel plötzlich weg, durch die Pandemie. Plötzlich saß ich nur noch in meiner WG-Küche alleine vorm Laptop und hab Präsentationen gebaut für Konzepte, die wahrscheinlich eh nie umgesetzt werden würden.

Ich erinnere mich noch genau an diese Email kurz vor Weihnachten: Die Homeoffice-Pflicht wird bis mindestens Mai 2021 verlängert. Weitere 6 Monate?! In dem Moment war für mich klar: Das halte ich nicht mehr aus, ich muss hier weg, muss raus, auch wenn das vielleicht die dümmste Entscheidung meines Lebens ist.

Fast forward: Ich hab die dumme Entscheidung getroffen, den sicheren Job gekündigt, bin ein Jahr durch Mexiko gereist, hab einen neuen Job in Hamburg angefangen, den zwei Jahre später wieder gekündigt und mich selbstständig gemacht, um komplett frei zu sein.

Ich arbeite seit drei Jahren 100% remote. Ich baue gerade 100% remote eine Agentur auf. Das Offsite letzte Woche war das allererste Mal, dass ich Line überhaupt persönlich getroffen habe. Das, was für mich damals noch Kündigungsgrund war, könnte ich mir heute gar nicht mehr anders vorstellen. An Tagen, an denen ich viel zu tun habe, gehe ich gerne in einen Coworking Space. Ich mag die Atmosphäre und bin konzentrierter, wenn andere Menschen um mich rum auch am Arbeiten sind. Aber jeden Tag in das gleiche Büro fahren? Die gleichen Routinen? Mittlerweile ist das mein Albtraum geworden.

Lustig, wie schnell sich Dinge ändern können, oder?

Und zum Schluss noch ein Mini-Fazit zum Mini-Offsite: War super und die Vorstellung, dass durch das, was ich hier aufbaue, irgendwann vielleicht noch ein paar mehr Leute frei leben und arbeiten können (und ab und zu mal an schönen Orten zusammenkommen) ist irgendwie ziemlich toll.

Was jetzt wichtig ist.

🍊 Sommer genießen: Wie können einfach schon wieder 2,5 Monate in Deutschland rum sein? Die nächsten Wochen sind voll mit Hochzeiten, Geburtstagen und Wiedersehen mit alten Freunden. Ich will für all das voll präsent sein. Einfach mal wirklich ein bisschen weniger machen, ein bisschen mehr leben. Brauch mich nicht wundern, dass sich Deutschland anstrengend anfühlt, wenn ich hier immer nur am Hustlen bin.

Was jetzt geholfen hat.

☕️ Ich war letztes Wochenende nach langer Zeit mal wieder alleine in einem Café. Hab mein Handy zu Hause gelassen, gejournalt, versucht zu lesen und den Gesprächen am Nebentisch gelauscht. Am Anfang meiner Reisen habe ich das oft gemacht (weil ich niemanden kannte) und es echt genossen. Warum hab ich überhaupt damit aufgehört?

🏃🏼‍♀️ Um eine weitere Checkbox der Anfang-30-Yuppie-Vorurteile abzuhaken, habe ich mich für nächstes Jahr zum Marathon in Hamburg angemeldet. Bin mir sehr sicher, dass ich das bereuen werde, aber andererseits hat eine neue sportliche Challenge auch noch nie geschadet.

Man solle besser einkalkulieren, dass man hin und wieder betrogen werde. Das sei ein kleiner Preis für ein ganzes Leben, in dem man anderen mit Vertrauen gegenübertreten dürfe.

Rutger Bregman – Im Grunde gut

PS: Um noch mehr von mir zu lesen oder den Newsletter an einen Freund weiterzuleiten, einfach hier entlang. Ansonsten gibt es auch regelmäßige Updates auf LinkedIn, Instagram und in zwei Wochen wieder in deiner Inbox. See you soon!