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Ein diszipliniertes Leben (aber frei)
Es braucht verdammt viel Disziplin, um wirklich frei zu sein. Warum Freiheit und Disziplin keine Gegensätze sind, sondern eigentlich zusammengehören.
Hey Freunde,
Ich bin jetzt das dritte Jahr in Folge zur gleichen Zeit am selben Ort. Mit einem Jahr Abstand immer wieder zurückzukommen, macht mir umso stärker bewusst, wie sehr sich mein Leben verändert. Im ersten Jahr hatte ich kaum Kunden, hab wenig gearbeitet und das Partyleben in Kapstadt voll mitgenommen. Mittlerweile sieht das anders aus, ich muss anders priorisieren, hab (von außen betrachtet) weniger Freiheiten und bin trotzdem glücklicher als zuvor.
Diese Erkenntnis hat mich dazu gebracht zu hinterfragen, was Freiheit eigentlich bedeutet. Und wie viel Disziplin dafür notwendig ist. Mehr dazu gleich.
Liebe Grüße aus Kapstadt,
Mareike
Ein diszipliniertes Leben (aber frei)
“Lass mal auf Freiheit optimieren” war mein Motto als ich mich selbstständig gemacht habe. Damals hatte ich nur ein Ziel: Möglichst wenig Verpflichtungen, möglichst viel Selbstbestimmung. Immer genau das machen können, worauf ich jetzt gerade Lust habe.
Das war erstmal schön, hat auch zu einem gewissen Grad ganz gut funktioniert, aber ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass Freiheit gar nicht das Ziel sein sollte. Oder ich zumindest meine Definition von Freiheit hinterfragen muss. Komplette Unabhängigkeit ist schön, aber funktioniert nur so lange, wie ich keine Kunden, kein Team, keine Freunde (…) habe, die sich auf mich verlassen. Allerdings wird das Leben ohne die Zusammenarbeit (und das Zusammenleben) mit anderen Menschen ziemlich schnell ziemlich einsam.
Also musste eine neue Definition her. Ich will persönlich wachsen, ich will dass sich mein Unternehmen weiterentwickelt, ich will ein glückliches Leben führen. Das ist Freiheit für mich. Nicht kompromisslose Unabhängigkeit, sondern meinen Alltag so gestalten zu können, dass er mich glücklich macht. Und sind wir mal ehrlich: Wachstum funktioniert nicht ohne Disziplin.
Wie schaffe ich es also, genug Disziplin in meinen Alltag zu bringen und trotzdem nicht von meinen Routinen gefangen zu sein? Gefühlt gibt es drei Arten von Menschen: Die, die nur reagieren und in ihrem Alltag ihr Leben an sich vorbeiziehen lassen; Die, die um 5 Uhr morgens aufstehen, meditieren, Sport machen, 10 Stunden arbeiten und ihr gesamtes Leben auf Performance optimieren; Und die, die irgendwo um die Welt reisen, gar keine Verpflichtungen haben und einfach so in den Tag hineinleben.
Ich habe alles probiert und nichts hat sich richtig angefühlt. Vor dem 9-5 Alltag bin ich bewusst weggelaufen, das einfache Backpacking-Leben war ein paar Monate toll, aber ist dann auch schnell langweilig geworden und bei zu harten Routinen verliere ich meine Kreativität und Motivation.
Vor kurzem bin ich auf einen Artikel von Naval mit dem Titel Live a Disciplined Life, Spontaneously gestoßen. Der dort beschriebene Ansatz fasst den Zwischenweg, den ich in den letzten Jahren für mich gefunden habe, ziemlich perfekt zusammen. Ein Weg, der es mir ermöglicht, kontinuierlich meine Komfortzone zu verlassen, über mich hinauszuwachsen, meine Agentur weiter aufzubauen und trotzdem das Gefühl zu haben, frei und selbstbestimmt zu leben. Eine Mischung aus Routinen, unverhandelbarer Disziplin und gleichzeitig der Freiheit, immer wieder spontan Dinge machen zu können, auf die ich gerade Lust habe.
Disziplin sorgt für den Rahmen, der all das möglich macht.
Spontanität gibt mir ein Gefühl von Freiheit und Kreativität.
Ich kann an einem Dienstagmorgen spontan entscheiden, ans Meer zu fahren, weil ich dafür den Abend mit vollem Fokus am Laptop verbringe.
Ich kann sonntags mit Freunden eine Weintour machen, weil ich Montag bis Freitag für den Halbmarathon trainiert und gesund gegessen habe.
Ich kann vom anderen Ende der Welt aus arbeiten, weil meine Kunden trotzdem genau die Leistung und Flexibilität von mir erhalten, die sie auch in Deutschland bekommen würden.
Disziplin ist notwendig, um mir genau diese Freiheiten zu ermöglichen, die ich brauche, um ein glückliches Leben zu führen. Disziplin und Freiheit klingen wie Gegensätze, aber eigentlich gehören sie zusammen. Disziplin gibt den Rahmen vor, in dem Freiheit möglich und erfüllend wird.
2 Fragen, bevor du weitermachst:
[1] In welchen Lebensbereichen würden dir striktere Routinen mehr Freiheit ermöglichen?
[2] Wenn du heute zwei zusätzliche Stunden zur freien Verfügung hättest: Wie würdest du sie verbringen?
Do your best and then let life do the rest.

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