Halbmarathon. Why?!

Warum tun wir uns das an? Grad 30 geworden und direkt mal die ersten Vorurteile erfüllt. Aber habe (vielleicht) trotzdem ein paar gute Gedanken dazu.

Hey Freunde,

Was macht man kurz nach seinem 30. Geburtstag? Erstmal für einen Halbmarathon anmelden, klar. Rennrad und Siebträgermaschine kommen bestimmt auch noch bald. Und um alle Klischees direkt zu erfüllen, renne ich den Halbmarathon nicht nur, sondern nehme ihn natürlich auch direkt als Anlass für krasse LinkedIn Learnings und diesen Newsletter.

Keine Sorge, es geht nicht wirklich um Sport und ich würde mal behaupten, die Gedanken, die der Halbmarathon bei mir getriggert hat, sind universell anwendbar. Aber lest einfach selbst.

Liebe Grüße aus Noordhoek (kleiner Ort südlich von Kapstadt),
Mareike

Halbmarathon. Why?!

Es ist Sonntag. 7 Uhr morgens. 6.000 Menschen stehen an der Startlinie. Jeder einzelne davon ist mitten in der Nacht aufgestanden, um gleich 21 Kilometer zu laufen. An einem Sonntag. In Kapstadt. Mir fallen 100 schönere Dinge ein, die ich jetzt machen könnte. Und trotzdem stehe ich auch hier.

Warum tun wir uns das alle an?

Ich kann natürlich nur für mich sprechen. Ich stehe hier, weil ich vor 4 Wochen nach (schätzungsweise) 10 Gläsern Wein dachte, das wär eine super Idee. “Na klar kann ich Halbmarathon laufen, ohne in den letzten Monaten überhaupt mal mehr als 5 km gerannt zu sein.”

Generell gehe ich so an fast alles ran. Andere struggeln mit Impostersyndrom, ich bin oft ein bisschen zu überzeugt von mir selbst und meinem Können. Ich denke nie: „Ich kann das nicht.“ Sondern immer: „Andere machen das ja auch, also kann’s nicht so schwer sein.“

Klingt vielleicht etwas überheblich, hat in der Praxis aber eigentlich (fast) nur Vorteile:

Ich verlasse immer wieder meine Komfortzone.

Jede Zusage zu etwas, das ich eigentlich noch nicht kann, ist ein Schritt aus meiner Komfortzone raus. Egal ob das ein Halbmarathon ist, eine Keynote oder ein Kundenprojekt, das sich ein bisschen zu groß anfühlt. Mein Leben ist einfach genug. Ich habe allen Komfort, den ich brauche, ich lebe mein Traumleben, ich bin gesund. Das ist schön und ich bin unglaublich dankbar dafür, aber nur Komfort macht auf Dauer auch nicht glücklich. Wir brauchen Challenges in unserem Leben.

Ich wachse an meinen Aufgaben.

Und das ist auch die perfekte Überleitung zum nächsten Punkt. Denn wir brauchen die Challenges in erster Linie aus einem Grund: um daran wachsen zu können. Dinge zu machen, die hart sind, bringt uns weiter. Körperlich, kognitiv, emotional. Für mich ist persönliches Wachstum ein ganz entscheidender Punkt, nach dem ich mein Leben ausrichte. Ich will mich weiterentwickeln. Ich will besser werden, auf allen Ebenen. Nicht um irgendwas zu erreichen, sondern weil ich den Prozess genieße.

Ich baue (noch mehr) Selbstbewusstsein auf.

Ganz ehrlich: So ein Halbmarathon aus der Kalten zu laufen, ist fucking hart. Ich hab mir von ChatGPT einen Trainingsplan erstellen lassen, war die 4 Wochen davor regelmäßig laufen und hab jede Sekunde davon gehasst. Hab mich aber gezwungen, das durchzuziehen. Hab mich durch die Longruns am Wochenende gequält. Und bin dann letzten Sonntag einfach relativ entspannt die 21 km gelaufen. Und hab sogar Spaß dabei gehabt. Runners High ist wild. Je öfter ich harte Dinge mache (und schaffe), desto mehr Selbstbewusstsein habe ich für die nächste Challenge.

2 Fragen, bevor du weitermachst:

[1] Wann hast du zuletzt etwas gemacht, das objektiv zu groß für dich war?

[2] Wo denkst du gerade „noch nicht bereit“, obwohl es dich reizt?

I’m ambitious about living a good life.

Emma Gannon – The Success Myth

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