Offener Brief

Liebe LinkedIn-Bubble, wir müssen reden. Ein paar Gedanken zu aktuellen Entwicklungen, Stimmung und “Algorithmus-Regeln”.

Hey Freunde,

durch den Launch meines neuen Kurses (bald ist es soweit) beschäftige ich mich gerade wieder sehr viel mit der Stimmung und “Regeln” auf LinkedIn und überlege mir genau, was ich eigentlich weitergeben will. Was hilft wirklich? Und was ist nur Marketing-bla, der sich gut verkauft?

Irgendwie hatte ich dann vor ein paar Tagen das Bedürfnis, meine Gedanken dazu einfach mal runterzuschreiben. Den daraus entstandenen Brief teile ich jetzt mit euch.

Liebe Grüße aus Hamburg,
Mareike

Was ich jetzt gelernt habe.

Liebe LinkedIn-Bubble,

was machen wir hier eigentlich? Ich stehe Montag, Mittwoch und Freitag um 7 Uhr auf und öffne sofort meinen Laptop, nur um als eine der Ersten auf LinkedIn zu posten. Weil dann alle online sind. Weil ich dann mehr Kommentare kriege. Weil mein Beitrag dann besser performt. Wann haben wir uns darauf geeinigt, alle so früh morgens hier rumzuhängen? Wir könnten doch auch einfach ohne diesen Stress in den Tag starten, erstmal frühstücken, Kaffee trinken, Sport machen, ein Buch lesen, Deep Work machen, was auch immer, und uns dann ganz entspannt gegen Mittag hier treffen.

Wir haben mittlerweile alle gelernt, wie man einen Beitrag gut formatiert. Whitespace ist wichtig. Kurze Sätze auch. Und natürlich hat das einen Grund. Nicht, weil es Trend ist, sondern weil die Aufmerksamkeitsspanne kurz ist und wir Informationen so schneller oder einfacher erfassen können. Für so einen Blocktext, wie ich ihn hier gerade schreibe, hat doch auf LinkedIn niemand Zeit. Oder würde sie sich nicht nehmen. Auf schnellen Konsum zu optimieren, bedeutet aber auch, dass wir oberflächlich bleiben. Kein wirklicher Austausch, keine echten Diskussionen, sondern mehr: Wir wollen uns alle gut darstellen, ein bisschen Sichtbarkeit von den jeweils anderen abgreifen. Ein bisschen lustig sein, ein bisschen sympathisch, mal etwas Schlaues sagen. Und wenn dann doch mal jemand wirklich Nachfragen stellt, bin ich fast schon genervt, weil ich mir die Zeit nehmen muss, das angemessen zu beantworten. Dabei sollte es doch eigentlich genau darum gehen.

Wir vernetzen uns, um Follower zu sammeln, nicht um wirklich ein Netzwerk aufzubauen. Suchen den nächsten Algorithmus-Hack, um möglichst schnell die 10k zu erreichen. Ich schreibe jede Person kurz persönlich an, die sich mit mir vernetzt und die meisten sind darüber überrascht. Echter Austausch wird nicht erwartet, er überfordert uns. Wo ist denn da noch dieses „social“ in Social Media?

Wir regen uns über Leute auf, die sich auf LinkedIn nur aufregen und werden dabei selbst zu diesen Leuten. Wir wollen gut sein, uns verteidigen. Wir greifen Leute an, die andere angreifen und werden dabei selbst zum Angreifer. Ist mir zumindest schon passiert.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe diese Plattform und die Möglichkeiten, die sie uns bietet. Ich habe mein Business rund um Personal Branding (auf LinkedIn) aufgebaut, weil ich es in einer Welt der Content-Überflutung als essenziell ansehe, den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Und LinkedIn tut genau das. Wir müssen die Möglichkeiten, die sich uns hier bieten, nur richtig nutzen.

Was jetzt wichtig ist.

🕺 OMR Festival: It’s that time of the year again. Die OMR steht wieder vor der Tür. Hamburg ist voll, meine Couch ist belegt und nächste Woche wird viel. Lohnt sich das Marketing-Bubble Treffen? Nein. Hab ich trotzdem zu viel FOMO, um nicht dabei zu sein? Ja.

👻 LinkedIn Ghostwriting: Diesen Monat starten gleich zwei neue Ghostwriting Kund*innen und ich stecke grad schon mitten in der Onboarding Vorbereitung. Komplett unterschiedliche Themen, aber ich liebs immer sehr, Einblicke in die verschiedensten Branchen zu bekommen.

Was jetzt geholfen hat.

🪩 Hab in unserer Wohnung überall Diskokugeln platziert und sobald die Sonne scheint, glitzert der ganze Raum. Macht mich immer wieder sehr happy und die kleinen Dinge müssen auch wertgeschätzt werden.

📸 Wir hatten diese Woche unseren Q2 Community Call mit ehemaligen zhuco Kund*innen und ein paar Gästen, die ich spontan über LinkedIn dazu geholt habe (weil warum nicht). Angela Regenbrecht hat spannenden Input zum Thema “Visueller Markenaufbau & DIY Content Creation” gegeben. Hier geht’s zur Aufzeichnung. No Gatekeeping.

People who resonate in even the slightest way will find you, regardless of any algorithm.

Amanda Bucci – Followed

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