Positive Ignoranz

Selbstständigkeit ist manchmal ziemlich 💩. Mein Notfall-Eskalations-Plan, weil 12-Stunden-Schichten auch keine Dauerlösung sind.

Hey Freunde,

das Leben hat mich die letzten Wochen ein bisschen getestet.

Kleiner Rückblick: Ich hab mir in den Finger geschnitten (dumm), war krank (ärgerlich) und hab mir beim Aussteigen aus dem Van den Fuß verstaucht (wieder dumm). Als würde das nicht schon reichen, geht meine To-Do-Liste grad gefühlt ins Unendliche und meine einzige Mitarbeiterin ist für einen Monat im (absolut verdienten) Urlaub.

Also waren die letzten Wochen eine Mischung aus Recovery, 12-Stunden-Schichten und irgendwie bei 36 Grad im Van überleben.

Aber keine Sorge, es gab natürlich auch ganz viele schöne Momente. Es ist nie alles schlecht. Nur grad ist alles viel und manches läuft schief und ich finde es wichtig, auch diese Seite der Selbstständigkeit zu teilen. Denn auch das gehört dazu.

Liebe Grüße aus Berlin,
Mareike

PS: Auf Instagram versuche ich täglich Einblicke in meinen Alltag (und das Chaos grad) zu geben. Schaut mal vorbei.

Was ich jetzt gelernt habe.

Wahrscheinlich kommt es nach der Einleitung nicht sonderlich überraschend: Ich will heute über Rückschläge reden. Über zu hohen Workload, übers Kranksein und über die Momente der Selbstständigkeit, die sich halt nicht nach High-Life anfühlen. Keine Sorge, ich werd nicht weiter rumjammern (bringt sowieso nichts), sondern es soll viel mehr darum gehen, wie ich genau mit solchen Momenten umgehe. Vielleicht könnt ihr was draus mitnehmen.

Phase 1: Positive Ignoranz.

Oder auch: Einfach weitermachen. Diese Phase lässt sich ein paar Tage wunderbar durchziehen und ist auch eigentlich immer erstmal die beste Lösung. Bevor ich in Panik (oder Selbstmitleid) verfalle und dann gar nichts mehr schaffe, setz ich mich lieber mal ein paar Tage hin und ziehe durch, mache halt mal ein paar 12-Stunden-Schichten, gehe mal an meine Grenzen.

Wichtig ist nur, dass diese Phase nicht zu lange wird. Ich kann mit hoher Belastung umgehen, ich kann mit Stress umgehen, aber halt nicht über Wochen hinweg. Ich glaube, das kann niemand. Auf jeden Fall kann es nicht gesund sein.

Phase 2: Re-Framing.

Re-Framing hilft, Phase 1 noch etwas länger durchzuhalten. Ich sehe den Stress nicht als negativ an, sondern als Challenge, an der ich wachsen kann. Egal, was passiert ist, es ist jetzt meine eigene Verantwortung, das Beste daraus zu machen.

Klingt erstmal dumm, aber let me explain:

Natürlich ist es nicht meine Schuld, wenn ich krank werde oder mir den Fuß verstauche (ok das vielleicht ein bisschen). Aber es ist meine Verantwortung, wie ich damit umgehe.

Genauso ist es meine Verantwortung, mit zhuco nicht mehr Arbeit anzunehmen, als wir im Team leisten können. Und wenn ich das trotzdem tue, bin ich auch dafür verantwortlich, eine Lösung zu finden.

Ich versuche also ganz aktiv nicht in eine “alles ist doof”-Einstellung zu verfallen, sondern die Situation so zu re-framen, dass ich an ihr wachsen kann. Ich frage mich ganz bewusst: Wofür mach ich das? Was lerne ich daraus?

Phase 3: Notbremse ziehen.

Manchmal muss ich mir trotzdem eingestehen, dass es zu viel ist. Ich hab absolut keine Lust, mich in ein Burnout zu arbeiten oder dauerhaft so sehr zu stressen, dass es meiner Gesundheit schadet. Und zum Glück muss ich das auch nicht. Ich bin nicht so wichtig, wie ich denke. Niemand stirbt, wenn ich mal einen Tag später antworte. Ich kann es kommunizieren, wenn ich mal eine Deadline nicht schaffe. Ich kann jederzeit die Notbremse ziehen.

Phase 4: Eine Lösung finden.

Wenn wir zu sehr im Doing stecken, sehen wir oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Es hilft, einen Schritt zurückzugehen, einmal rauszuzoomen. Kurz durchatmen. Reset. Und dann ganz bewusst Zeit nehmen, um eine Lösung zu entwickeln.

In meinem Fall waren es diese Woche sogar zwei.

Lösung 1: Wir haben uns für ein paar Tage ein Airbnb mit Klimaanlage (!!) gebucht, um aus dem heißen Van rauszukommen, richtig schlafen und vernünftig arbeiten zu können. Schon allein das hat extrem geholfen.

Lösung 2: Ich weiß, dass sich unser Workload in den nächsten Monaten nicht unbedingt reduzieren wird und will nicht immer wieder in so eine Situation reinrennen. Heißt, wir brauchen Support bei zhuco. Ich hab ein bisschen Respekt davor, jemand neues mit rein zu holen, finds aber auch super schön unser Team wachsen zu sehen (mehr dazu weiter unten).

Falls es dir grad ähnlich geht: Einmal tief durchatmen (wirkt auch schon Wunder) und dann einmal einordnen, in welcher Phase du bist. Tut dir die Phase noch gut, oder solltest du zur nächsten übergehen?

Und weil ich hier auch noch ein paar positive Vibes mit reinbringen will, kommen jetzt einige der BESTEN MOMENTE der letzten zwei Wochen. Denn die gab’s natürlich auch.

Was jetzt wichtig ist.

❤️‍🔥 DMEXCO: Ich bin nächste Woche auf der DMEXCO und darf am Digital Bash Stand einen Vortrag über mein Lieblingsthema (Personal Branding auf LinkedIn) halten. Bin ein bisschen aufgeregt, aber freu mich auch sehr! Also falls ihr auf der DMEXCO seid, bitte einmal fett vormerken: Donnerstag 11:50 Uhr - HALLE 8, STAND E-17 oder einfach den kostenlosen Livestream gucken.

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Was jetzt geholfen hat.

💆🏼‍♀️ Ich arbeite seit ein paar Monaten mit einem Business Coach zusammen und bin grad wirklich sooo dankbar dafür, in dieser Phase jemanden zu haben, an den ich mich jederzeit wenden kann… und der mein Overthinking direkt erkennt und spiegelt.

🎙️ Dieser Podcast von Mel Robbins und Oprah Winfrey ist wirklich absolutes Gold. Ich hab ihn erst vor ein paar Tagen auf dem Flug von Lissabon nach Berlin gehört und wirklich jedes Wort davon so gefühlt. “You always have the right to change your mind” ist besonders hängen geblieben. Aber will gar nicht zu viel verraten, hört einfach selbst rein.

Designing your life is actually what life is, because life is a process, not an outcome. If you can get that, you’ve got it all.

Bill Burnett – Designing Your Life

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